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Montag, 6. März 2023

Begriffsleere

 

Wie kann Vergängliches verstehen,

was ewig und unendlich soll besagen?

Und doch, man hört nicht auf,

den ach so schwachen Schädel sich zu kratzen

und ihn vielleicht sogar beklagen,

weil er, der außerdem nur Hülle ist

für einen Apparat,

der Denken hält und produziert,

so manches aussagt,

das meistens nichts oder wenig nur enthält,

doch wie von Ehrfurcht angefeuert,

jene Bereiche hätschelt

und mit mystischer Verklärung nur

sich ihnen nähern wagt.


Wozu jedoch dies Drängen,

dies Saitenspiel

auf kläglich schwacher und verstimmter Geige?

Nur weil von Kratzen war die Rede

und mangels jeden Anhaltspunktes

ein hoffnungsfroher Geist

die abgestumpften Ohren nach den Lauten dreht,

die weder Lied noch Offenbarung,

doch als Gekrächz

dem Suchenden Ersatz und Linderung versprechen.


So wird aus Ewigkeit

nur staendig Wiederholen und Dauer,

in die sich die Unendlichkeit verirrt,

verfängt im Wortgeflecht

verbaler Prahlerei

des stolz sich als modern bekennenden

Hohlkopfes oder Philosophen!


Mittwoch, 22. Mai 2019

Polsterschlacht



Ähnelt das Leben nicht sehr einer Polsterschlacht,
bei der man mit Daunenkissen sich schlägt,
Und hüpft und springt, schreit im Spaß oder lacht,
Und übermütig ist, gut aufgelegt.

Man lacht sogar, wenn die  Kissen platzen,
Die Federn wirbeln  und alles bedecken,
Denn man will sich doch nicht das Vergnügen verpatzen.
Spiel soll es bleiben, um den Ernst zu verstecken.

Doch dann muss man anhalten, um zu verschnaufen.
Man liebt sich vielleicht oder geht aufs Klosett.
Aufräumen müsste man, zum Autobus laufen.
Zurück bleibt ein kaltes zerwühltes Bett.

War es lustig? Wer hat bei dem Spiele gewonnen?
Man mühte sich ab und was hat es gebracht?
Am Ende ist alles, was man mutig begonnen, zerronnen,
Zerplatzt wie Kissen in einer Polsterschlacht.


Samstag, 8. Dezember 2007

und gesang war wie licht

weißt du, warum der gesang nur manchen gegeben, 

andere aber, was jenen als wohlklang und aufschwung der seele 
sich bietet, mit schrecken erfüllt und erscheint als schmerzender lärm? 

erscheinen gehört jedoch in den bereich des erschauens, 
ist der bewegung der augen verwandt, aber nicht dem gehör, 
wenn auch beiden gemein ist der wunsch und das sehnen nach jenem,

das licht ist und feste, sich gegeneinander durchdringt, 
nicht erkennbar den sinnen, dem herz nur allein. 
bleibt der gesang, den vor zeiten begnadete dichter erlauschten

im strömenden, wehenden, unruhigen laut der natur 
und der tiere warnschrei, der brunst wie der klage. 
doch kann kein gesang in der ruhe geschehen noch verweilen, 

denn ruhe ist stillstand, das enden von jeder bewegung. 
muss darum gesang am ende alles geschehens verstummen?

Samstag, 12. Mai 2007

Herr? Warum nicht "Dame"?


Du, Herr, bist nur ein Postulat,
ein Maskenschädel,
der mit harten Balken
von johlend Massen wird beworfen.